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Das musst du tun, wenn deine Persönliche Assistenz einen Arbeitsunfall hat

  • vor 24 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Unfälle können leider passieren, ob während der Arbeit bei euch zu Hause oder auf dem Weg zur Arbeit. Damit ihr im Ernstfall schnell reagieren könnt, haben wir für euch die wichtigsten Schritte zusammengefasst.

Die nachfolgende Darstellung richtet sich vor allem an Arbeitgebermodelle bzw. Arbeitgeber im Privathaushalt - Budgetnutzende im Dienstleistungsmodell sollten zum richtigen Vorgehen am Besten mit ihrem beauftragten Assistenzdienst sprechen.


­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­1. Erste Hilfe leisten

  • Tut das, was ihr in der Situation leisten könnt – manchmal ist das vor allem: Hilfe organisieren.

  • Bei schweren Verletzungen: Notruf 112 wählen.

  • Stellt sicher, dass die Assistenz ins Krankenhaus kommt (Rettungsdienst oder Begleitperson).

  • Bei weniger schweren Verletzungen s. 3.


2. Unfall melden

  • Ihr seid als Arbeitgeber:innen im Privathaushalt Mitglied bei der Unfallkasse/Unfallversicherung

  • Meldet den Unfall sofort, spätestens innerhalb von 3 Tagen.

  • Nutzt dafür das Unfallanzeige-Formular (meist online erhältlich) oder kontaktiert uns, damit wir mit euch zusammen die Meldung vornehmen können.

Tipp: Je schneller die Meldung rausgeht, desto reibungsloser läuft die weitere Abwicklung.


3. Ärztliche Behandlung

  • Sucht in jedem Fall ärztliche Hilfe auf, wenn ein Unfall während der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg passiert

  • Schickt die Assistenten bitte zu einem Durchgangsarzt (D-Arzt) – das sind speziell zugelassene Unfallchirurg:innen, die Arbeits- und Wegeunfälle begutachten.

  • Durchgangsärzte findet ihr hier: www.unfallkasse-nrw.de/service/durchgangsaerzte.html

  • Ärzt:innen leiten automatisch das sogenannte Durchgangsarztverfahren ein.

  • Achtet darauf, dass der Unfall als Arbeits- oder Wegeunfall vermerkt wird.


4. Lohnfortzahlung & Versicherung

  • Ihr zahlt bis zu 6 Wochen den Lohn wie gewohnt weiter. (keine Erstattung per Umlageverfahren wie bei Krankheit möglich)

  • Ab der 7. Woche übernimmt die Unfallversicherung die Zahlungen.

  • Auch Reha- und Folgekosten trägt die Versicherung.


5. Dokumentation

  • Schreibt euch den Unfallhergang genau auf: Zeit, Ort, Ablauf, Beteiligte.

  • Hebt die Unterlagen für eure Akten auf.


6. Vorbeugen ist besser

  • Sprecht regelmäßig über mögliche Gefahrenquellen im Haushalt.

  • Achtet auf sichere Arbeitsbedingungen (z. B. Persönliche Assistenten nach dem duschen Böden trocknen lassen, intakte Geräte, Rollstuhlsteuerungen erklären bei Bedarf oder klar als Gefahrenquelle benennen – mögliches Anstoßen beim Umsetzen o.Ä. thematisieren).


Wenn ihr diese Schritte beachtet, seid ihr rechtlich auf der sicheren Seite – und eure Assistenz ist gut versorgt. Wichtig ist vor allem: schnelles Handeln und die rechtzeitige Unfallmeldung!

 

 

 

 

Rechtlicher Hinweis

Die in diesem Newsletter enthaltenen Informationen wurden mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung für Arbeitgeber:innen im Privathaushalt.

Bitte beachte:

Diese Hinweise stellen keine Rechtsberatung dar und können eine individuelle Beratung durch Fachanwält:innen, Steuerberater:innen oder zuständige Stellen (z. B. Unfallkasse, Krankenkasse) nicht ersetzen.

Wir übernehmen keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte.

Jegliche Haftung für Schäden, die direkt oder indirekt aus der Anwendung der hier dargestellten Informationen entstehen, ist ausgeschlossen.

Wende dich im Zweifel bitte an eine geeignete Fachperson oder die zuständige Institution, um verbindliche Auskünfte zu erhalten.

 
 
 

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